Durch Covid-19 sind wir alle viel öfter und länger Zuhause. Viele Menschen möchten sich daher eine Katze zur Gesellschaft anschafften Doch wo bekommst du ein Kätzchen her? Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es gibt, worauf du beim Kauf eines Kittens achten solltest und wie du seriöse Züchter von unseriösen unterscheidest.

Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten.

Daniel Defoe

Wo bekomme ich ein Kätzchen her?

Wer sich eine Katze holen möchte, steht gleich am Anfang vor einer entscheidenden Frage: Wo bekomme ich ein Kätzchen her? Aus dem Tierheim, vom Bauernhof, vom Züchter oder doch lieber von privat? Es gibt viele Möglichkeiten an ein neues Kätzchen zu kommen. Hier erfährst du, welche Vor- und Nachteile es gibt.

Tierheim

Unsere Tierheime sind voll von Katzen, die ein neues Zuhause suchen. Natürlich sind sie nicht immer einfach und vielleicht gibt es auch nicht immer junge Kätzchen. Doch ein Besuch der Tierheime in deiner Nähe lohnt sich allemal. Die Tierpflegerinnen können einem im besten Fall schon einiges zu der Katze erzählen. Die Kätzchen sind vom Tierarzt durchgecheckt, geimpft und kastriert. Der Nachteil: Nicht immer weiß man viel über die Vorgeschichte der Katze.

Einige Tiere zeigen im neuen Zuhause noch mal ganz andere Facetten ihrer Persönlichkeit. So kann eine Katze, die sich im Tierheim eher zurückhält und ruhig ist im neuen Zuhause richtig aufblühen und zum Wirbelwind werden. Tierheim prüfen vor der Abgabe, ob dein Zuhause das richtige für ihre Katze ist. Manchmal empfehlen sie dir vielleicht auch eine andere, passendere Katze. Höre aber immer auf dein Bauchgefühl und schau, ob es zwischen dir und der Katze wirklich „funkt“.

Alternativ zum Tierheim kannst du auch bei einem Tier- oder Katzenschutzverein deiner Wahl nach einer passenden Katze fragen. Hier leben die Katzen oft bei einer Pflegestelle mit Familienanschluss und anderen Tieren in einem eigenen Zuhause und können dort besucht werden. 

 

Bauernhof

Auf Bauernhöfen oder Reiterhöfen gibt es immer wieder junge Kätzchen, da die erwachsenen Katzen leider oft nicht kastriert sind. Wie schnell hat man sich da in ein kleines Fellknäul verliebt und nimmt es mit.

Doch Achtung, bevor du ein Kätzchen vom Bauernhof holst, solltest du einiges bedenken. Zuerst einmal werden diese Kätzchen leider häufig zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt. Ein Kitten sollte erst mit maximal 12 besser noch 14 Wochen abgegeben werden. Denn in dieser Zeit lernt ein Kätzchen noch sehr viel. Vor allem auch soziales Verhalten. Wer die Katze schon mit 8 oder 10 Wochen holt, hat zwar ein Kitten, dass schon abgestillt ist und selbstständig frisst, doch gelernt hat es noch nicht viel. Das kann später Probleme machen.

Schau dir immer auch die Mutter an. Ist sie scheu und lässt sich nicht anfassen? Dann kann es sein, dass auch dein Kätzchen diese Eigenschaften zeigt. Erwarte also lieber keine Schmusekatze. Auch Freigang solltest du einer Katze vom Bauernhof bieten können, denn sie ist ein Leben in Freiheit gewohnt.

Zu guter Letzt: Nimm auf jeden Fall immer zwei Kätzchen, damit sie sich beschäftigen und spielen können. Und natürlich musst du dich auch um Kastration und Impfschutz kümmern. 

 

Züchter

Wer sich in eine bestimmte Rasse verliebt hat, schaut sich oft nach einem Züchter um. Hier gibt es jedoch einige Fallstricke! Zuallererst solltest du wissen, woran du einen guten Züchter erkennst:

Zuchtverein und Dachverband
Ein guter Züchter ist in einem Zuchtverein angemeldet, der am besten einem Dachverband angehört wie

Hier wird auf bestimmte Rassestandards und Zuchtrichtlinien geachtet. Zum Beispiel auch darauf, dass nicht mit kranken Tieren gezüchtet wird.

Papiere
Die Kitten sind bei Abgabe grundimmunisiert gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche und entwurmt.
Achte auf den Stempel des Tierarztes im Impfpass, denn nur ein Tierarzt darf Impfungen durchführen.

Außerdem erhältst du einen Stammbaum für dein Kätzchen. Der Stammbaum gibt Auskunft darüber, wer die Eltern/Großeltern der Kitten sind (hier sollte immer die gleiche Rasse drin stehen, z.B. BKH) und ist bei seriösen Vereinen ein Beleg dafür, dass der Züchter alle Zuchtauflagen eingehalten hat. Einen Stammbaum erhalten nur reinrassige Katzen, die aus einer verantwortungsvollen Zucht stammen, d.h. die Elterntiere sind im Verein registriert und wurden auf Erbkrankheiten negativ getestet.

Abgabemonat
Die Kitten werden erst mit 12 oder besser noch 14 Wochen abgegeben. Vorher darfst du sie öfters besuchen. Die Kitten werden nur zu zweit oder zu einer weiteren jungen Katze abgegeben.

Familienanschluss
Die Katzen wachsen mit Familienanschluss auf, idealer Weise lernen die Kleinen schon so viel wie möglich kennen. Die Wohnung ist sauber und katzengerecht eingerichtet. Die Katzen wirken gesund und gepflegt, sind neugierig und nicht scheu oder aggressiv.

Leben sie in einem Zwinger, einem einzelnen kahlen Zimmer oder im Keller, ist es mit der Tierliebe des Züchters nicht weit her.

Elterntiere
Du lernst die Mutter und auch den Vater kennen, falls er auch dort wohnt. Die Elterntiere sind gesund und nachweislich auf Erbkrankheiten untersucht. Mutter und Vater sind nicht verwandt.

 

Die Mutter wirft maximal einmal im Jahr und auch nicht länger als drei Jahre hintereinander. Sie kümmert sich liebevoll um ihre Kitten. Wenn Sie genervt wirkt oder die Kitten abweist, solltest du hellhörig werden. Dann ist es vielleicht nicht die leibliche Mutter.

Vermittlung
Ein guter Züchter erkundigt sich nach dem neuen Zuhause seiner Kitten und beantwortet gerne alle deine Fragen.

Natürlich nimmt er eine Vermittlungsgebühr für seine Kätzchen, da er auch sehr viel Geld im Vorfeld investiert hat und sicher sein möchte, dass seine Kätzchen in gute Hände kommen. Eine Rassekatze kostet ab 600 Euro aufwärts.

Der Züchter bleibt mit dir in Kontakt, da er sich um das Wohlergehen seines Kätzchens weiterhin sorgt.

 

Unseriöse Züchter 

Leider gibt es inzwischen sehr viele unseriöse Züchter. Sogenannte Vermehrer, die nicht das Wohl der Tiere sondern nur das schnelle Geld im Sinn haben. Sie bauen auf dein Mitleid mit dem armen Kätzchen. Doch du solltest immer daran denken: Zwar rettest du ein Kätzchen, aber damit machst du den Weg frei für die nächste Generation, die wieder verscherbelt wird. Solange Vermehrer Abnehmer für ihre Kitten finden, solange machen sie weiter.

Daran erkennst du einen Vermehrer:

  • Kitten werden im Internet und über ebay angeboten
  • „Rassekatzen“ werden zu einem sehr niedrigen Preis angeboten. Eine Rassekatze kostet ab 600 oder 700 Euro aufwärts!
  • Du kannst die Kitten nicht besuchen oder über eine längere Zeit kennenlernen
  • Die Kätzchen werden noch sehr jung abgegeben, ab 8 Wochen, sobald die Mutter abgestillt hat, damit sie keine weiteren Kosten verursachen.
  • Kitten werden einzeln abgegeben und ohne vorheriges Kennenlernen des neuen Zuhauses
  • Es gibt keinen Stammbaum und oft auch keinen Impfpass.

Wer sich trotz allem ein Kitten vom Vermehrer holt, muss damit rechnen, dass er noch viel Ausgaben haben wird. Denn die Kleinen sind nicht geimpft oder kastriert und oft sind sie auch krank. Ein unseriöser Züchter achtet nicht auf mögliche Erbkrankheiten und kümmert sich auch sonst nicht um die Gesundheit seiner Tiere. Das alles würde nämlich Geld kosten. 

 

Übrigens, auch im Tierheim findest du Rassekatzen.
Einen Überblick findest du hier: www.rassekatzen-im-tierheim.de

 

Und noch etwas: Bitte unterstütze keine Qualzuchten wie Scottish Fold, Munchkins oder Perser ohne Nase.

 

Von Privat

Leider kommt es immer wieder vor, dass jemand seine geliebte Katze abgeben muss, aufgrund von Allergien, Umzug, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit. Diese Katzen werden entweder über Tierheime oder Katzenschutzvereine vermittelt oder auch im Internet angeboten.

Wenn du die Katze online findest, solltest du dir ein genaues Bild von der Katze und den Verhältnissen machen, in denen sie momentan lebt. Auch hier gibt es schwarze Schafe, die nur ihre Katze los werden möchten da sie nun zu alt oder krank ist oder Probleme macht.

In unserer Katzenpension Care for Cats haben wir auch öfters Katzen, die aufgrund von tragischen Umständen vermittelt werden müssen. Wir kümmern uns solange liebevoll um die Tiere und wir wissen auch woher sie kommen, wer der Vorbesitzer war und warum er die Katze abgibt.

 

Gut abwägen

Du siehst, es gibt viele Wege, um sich ein neues Kätzchen ins Haus zu holen. Überlege gut, was du für eine Katze haben möchtest und woher sie kommen soll. Muss es unbedingt eine junge Katze sein? Auch ältere Tiere haben ein schönes Zuhause verdient. Muss es unbedingt eine Rassekatze sein? Warum genau diese Rasse?

Vor allem sei dir bewusst: Eine Katze fordert deine Aufmerksamkeit. Du musst dich um sie kümmern, mit ihr spielen und sie versorgen. Gutes Futter, Katzenklos und eine katzengerechte Einrichtung sind selbstverständlich. Auch der regelmäßige Tierarztbesuch und unvorhergesehene Ausgaben, falls deine Mieze krank wird, müssen drin sein.

Überlege auch im Vorfeld, wer auf dein Kätzchen aufpasst, wenn du im Urlaub bist oder aus anderen Gründen länger nicht anwesend sein kannst. Erkundige dich bei Freunden oder den Nachbarn, ob ihr euch gegenseitig aushelfen könnt. Ist das nicht möglich, kannst du dich nach Katzensittern in deiner Nähe erkundigen oder deine Katze in einer guten Katzenpension abgeben.

Wenn du in Frankfurt und Umgebung wohnst, kann ich dir natürlich unsere Katzenpension Care for Cats empfehlen. Hier wird deine Samtpofte liebevoll von uns versorgt.

Merke: Auch wenn wir jetzt bald Weihnachten haben: Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk! Weder Hund noch Katze gehören unter den Weihnachtsbaum! Wer sich ein Tier anschafft, übenimmt eine Verantwortung fürs Leben. EIne Katze kann bei guter Pflege 15 bis 20 Jahre alt werden.